©TAK Theater Liechtenstein

DON KARLOS

von Friedrich Schiller

Produktion: TAK Theater Liechtenstein, Théâtre National du Luxembourg; Regie: Oliver Vorwerk; Regieassistenz: Susanne Oberndorfer; Ausstattung: Alexander Grüner; Musikalische Leitung: Karin Ospelt; Schauspiel: Thomas Beck, Ralf Beckord, Alisa Kunina, Rosalie Maes, Christiani Wetter, Antonia Jungwirth

PREMIERE

Liebe, Macht und Ideale im Widerstreit: Schillers «Don Karlos» zeigt mit dramatischer Wucht, wie privateste Gefühle zur Staatskrise werden. Ein Welttheater über Freiheit, Verrat und Verantwortung.

Der junge Karlos liebt Elisabeth und sie liebt ihn, doch dann heiratet sein Vater die Verlobte des Sohnes. Diesen Schlag kann Karlos nicht verwinden. Elisabeth hingegen ergibt sich in ihre unglückliche Ehe. Eine familiäre Tragödie, die zu einer Staatskrise wird, weil Karlos nicht nur ein junger Mann ist, sondern der Thronfolger der spanischen Krone. Sein Vater Philipp herrscht über das grösste Reich, das es jemals gab und in dem «die Sonne niemals untergeht», und das es durch die Heirat mit Elisabeth von Valois zu sichern galt. Doch die Herausforderungen für Philipp sind immens. In den Niederlanden herrscht ein Aufstand gegen die spanisch-katholische Herrschaft, der Kaiser in Wien will sein Imperium vergrössern und die Türken belagern das Abendland. Mit eiserner Hand hält Philipp dagegen. Keinen Zoll will er seinen Feinden überlassen. Für dieses Ziel setzt er auch rigorose Hardliner ein, die buchstäblich über Leichen gehen.

Marquis Posa, ein Jugendfreund von Karlos, kehrt eines Tages an den spanischen Hof zurück und fordert Karlos auf, mit ihm in die Niederlande zu gehen, weg von Spanien und dem Hof. Doch Karlos kann Elisabeth nicht zurücklassen und gerät noch dazu in eine Liebesintrige der Herzogin von Eboli. Posa geht auf Philipp zu, um ihn umzustimmen in seiner Grundhaltung: «Geben Sie Gedankenfreiheit!», fordert er vom König. In dieser zentralen Szene werden die Argumente für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit gegen die politische Raison eines Staates abgewogen. Was bringt Freiheit, wenn die Grundpfeiler des Zusammenlebens erodieren? Doch Philipp ist zu Zugeständnissen bereit und bietet Posa ein Amt im Staat an. Karlos allerdings sieht das als Hochverrat seines Freundes an.

Schillers Drama über die historischen Figuren der spanischen Geschichte gilt als eines der grössten Theaterstücke der Weltliteratur und als ein Paradebeispiel eines Ideendramas, das nichts an Aktualität verloren hat. Realpolitik versus politische Utopie – zwei Figuren zweier gegensätzlicher Positionen streiten miteinander und verlassen doch nie die eine entscheidende Grundlage: Beide wollen das Beste für die Welt, in der die Menschen leben. Sie streiten nicht für ihre Interessen, sondern für allgemeingültige Werte und Ziele. Ein Gedankenkosmos, den die reale Politik in vielen Regionen unserer Zeit zunehmend zu verlassen scheint.

WANN:

Sa, 17. Januar 2025 um 19.30 Uhr (Premiere)

Do, 29. Januar 2025; Mi, 11. Februar 2025; Do, 12. März 2025 jeweils um 19.30 Uhr


WO:

TAK Theater Liechtenstein, Reberastrasse 10 - 12, 9494 Schaan, Liechtenstein


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Öffnungszeiten: Mittwoch & Donnerstag von 14 bis 17 Uhr und Freitag von 10 bis 14 Uhr

WEITERE INFOS:

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PODCAST-SERIE

»SINN.VOLL«

GEDANKEN ÜBER DIE MENSCHLICHEN SINNE

Konzept und Umsetzung: Thomas Beck

Sprachliche Gedanken: Katja Büchel, Rita Frommelt, Marco Jehle-Radkohl, Johannes Jung, Alexandra Marxer, Tobias Wehrli, Maria Wohlwend; Musikalische Gedanken: Pirmin Schädler; Sprecher der literarischen Gedanken: Thomas Beck; Koproduktion: TAK Theater Liechtenstein

In den letzten Monaten war es notwendig, persönliche Begegnungen so stark wie möglich einzuschränken. Phasenweise waren Theater, Kinos, Restaurants und so weiter geschlossen. Das öffentliche Leben fand nur in reduzierter Form statt.

Je länger diese Ausnahmesituation dauert, desto grösser wird die Sehnsucht nach persönlichen Begegnungen, selbst wenn die Digitalisierung versucht, einzuspringen.


Was macht aber eine persönliche Begegnung überhaupt aus?


Wenn Menschen zusammenkommen, also Kultur stattfindet, spielen deren Sinne eine grundlegende, zentrale und essenzielle Rolle. Menschen begegnen sich im selben Moment im selben Raum. Dadurch werden sämtliche Sinne stimuliert und in der Folge vom Gehirn ausgewertet, sodass die Kommunikation und die darin enthaltenen Informationen in ihrer Ganzheit fliessen können. Es wird dieselbe Raumtemperatur gefühlt, es werden dieselben Umgebungsgeräusche gehört, es werden dieselben Gerüche wahrgenommen ... Durch die Stimulierung aller Sinne gleichzeitig und gleichräumig, können wir Menschen also besser verstehen, Informationen werden nicht verzerrt, und so können wir uns ein ganzheitliches Bild über jemanden oder etwas machen.


Vielleicht ist es »sinn.voll«, sich wieder einmal Gedanken über die menschlichen Sinne zu machen. Es könnte doch ganz »sinn.voll« sein, sich die menschlichen Sinne wieder einmal zu Gemüte zu führen, sie nicht einfach als sinnlose Gegenstände des täglichen Bedarfs wahrzunehmen, sondern viel mehr als systemrelevante Teile, die nur gemeinsam in einem vielfältigen und vielschichtigen Kontext Sinn ergeben.

Unser Leben macht doch Sinn, wenn es »sinn.voll« ist.

EPISODEN:










WEITERE INFOS:

Episode 1: Die menschlichen Sinne

Episode 2: Der Sehsinn

Episode 3: Der Hörsinn

Episode 4: Der Tastsinn

Episode 5: Der Geschmacksinn

Episode 6: Der Geruchsinn